Kaum eine andere Band hat
mein bisheriges Leben und meine bisherige musikalische Laufbahn (als
Hörer) mehr begleitet als die Broilers aus Düsseldorf. Es gibt kaum
ein Album oder kaum ein Lied, daß ich nicht mit einer bestimmten Zeit
in meinem Leben in Verbindung bringe. Um so interessanter war es, den
ersten Gig der Broilers in München beizuwohnen. Es sollte das erste
Konzert der Band sein, daß ich in einigermaßen nüchternen Zustand
erleben durfte. Just weil ich mich an die anderen Konzerte nicht mehr
viel erinnere, habe ich wenig erwartet was die Live-Performance
angeht. Aber vor den Broilers spielten noch die „Mummys Darling“. Von
daher beginne ich mal lieber am frühen Abend. Angereist bin ich mit
einer reizenden weiblichen Begleitung und neben einer Vielzahl an
Metallern und Hard’n’Heavy Rockern die in ganz München zu sehen waren
(die auf das Slayer Konzert gingen, das am selben Abend stattfand) sah
man vereinzelnd auch eine beachtliche Zahl an Punks, ab und an auch
Skinheads, Rockabillys und einfach Normalos mit Onkelz- oder
Broilers-Shirts. Beim Backstage angekommen hat man sich gleich mal ein
Bierchen genehmigt und kaum nahm man davon den ersten Schluck, stand
schon die bajuwaren-Band Mummys Darling auf der Bühne und heizten den
Laden ordentlich ein. Mir gefiel die Musik sehr, auch wenn neben den
sehr geilen Ska-Einlagen viel Oi!-Geschrammel da war. Die Musik hatte
etwas und auch texte in bayrisch zu verfassen, zeugt von großem
Selbstbewußtsein und Mut. Das die Ansagen dann (im Gegensatz zu den
meisten Liedern) auch auf bayrisch gehalten waren, gab der Sache noch
mal einen extra Kick. Auch die Art und Weise wie die Jungs und das
Mädel die Musik rüberbrachten war angebracht. Man merkte, daß die Band
ihren Spaß hatten. Entsprechend sprang der Funke auch aufs Publikum
über. Kaum waren die Mummys fertig, wurde zügig umgebaut und die
Broilers standen schon auf der Bühne. Ab da an war die Masse nicht
mehr zu halten. Sammy und Konsorten hämmerten eine Hymne nach der
anderen durch die Boxen und man wurde von der Musik, den Texten und
den unschlagbaren Amara-Pathos einfach mitgerissen. Gänsehaut, Hoch
und Tiefs der Gefühle und einfach ein geiler Sound machte diesen
Auftritt bei allen aus. Nur einige Fans wurde enttäuscht, da die
Broilers nicht den Aufforderungen nachgingen, den „Paule-Song“ zu
spielen. Das Konzert an sich war einfach geil, die Kommunikation mit
dem Publikum war passend und es gab sicher keinen, der diesen Abend
bereut hat. Für einige Besucher und die Bands gings nach dem Auftritt
noch ins Tumult, worauf Sammy immer wieder während des Gigs
hingewiesen hat und es wurde noch gesoffen und gefeiert, bis der Mob
um knapp 5 Uhr früh rausgeworfen wurde. Nur dumm, daß ich um kurz vor
7 wieder in der U-Bahn stehen mußte, auf den Weg zur Arbeit. Das ist
Rock’n’Roll. Ich hoffe stark, daß der nächste Broilers Auftritt in
München sehr bald anstehen wird.
sk von
www.broilersfan.de
& www.oivision.de