Szene-Kritiken zur Split Single mit Volxsturm
punkrocknews.de
Broilers - Split CD
Diese Split-Single
ist mal wieder so eine Veröffentlichung, von der man im Vorfeld schon
immer mal etwas gehört hat, sich lange darauf freut... und kaum ist man
im Begriff das geplante Projekt zu vergessen, ist es erhältlich. Ich
gebe zu, meine Erwartungen waren nicht sehr hoch gesteckt, da ich davon
ausging, eine typische Single mit insgesamt vier Liedern zu bekommen,
die qualitativ als guter... Hier die gesamte Kritik lesen.
Oi! the Print
BROILERS/VOLXSTURM: Good Fellas Never Split Cd
Mag man von Broilers halten, was man will, ich habe mich mit ihrer
Veränderung abgefunden und mich hätte es auch gewundert, wenn sie sich
nicht was Spezielles für ihren Volxsturm-Cover-Song überlegt hätten.
Aber im Gegenzug schlagen sich auch Volxsturm ganz gut mit ihrer
markanten Passage bei „Nur die Nacht weiss“….beide Bands haben für sich
einen Standard geschaffen, den ihnen wahrscheinlich niemand mehr
wegnehmen kann, so toben sie sich auf dieser Split richtig aus und
trauen sich etwas, was sich andere Bands aus unseren Reihen
wahrscheinlich nicht trauen würden. Oi!-Anleihen wird man auf der
Scheibe vergeblich suchen, was mich in dem Fall nicht weiter stört…in
dem Fall kann man eher staunen, wie ihr musikalisches Können so richtig
ausgeschöpft wird und somit habe ich keine Angst, das Volxsturm auf dem
nächsten Album auch einen Image-Wechsel verkörpern werden. Das Digipak
ist echt gut aufgemacht, mit partiellen Prägungen am Cover und innen
drinnen, das kostet viel Kohle, das Vinyl erscheint als Shape – hinter
dieser Split steckt also nicht nur eine Menge Arbeit, sondern auch
Kohle. (Bomml)
Sunny-Bastards
Volxsturm:
Den Broilerscoversong fand ich ehrlich gesagt nicht so prickelnd, da
gefällt mir das Original einfach um Längen besser, was an dem Gesang
liegt und irgendwie ist das Feeling des Originals abhanden gekommen.
ABER der Rest.....leckofunny! Kuddel Daddel Du, das ja schon vom
Videoclip bekannte "So sind sie" und auch der vierte Song sind absolut
geile Kracher, da stimmt einfach alles! Gesang, Arrangements, keine
hochgezüchtete Studioscheisse, wie diese heutzutage übliche
Metal-lastige Abmischung, sondern straight mit Betonung auf die
Feinheiten der einzelnen Songparts und trotzdem fett klingend! Man merkt
auch, dass die Tracks gemastert wurden!
Respekt und der Beweis dafür, dass man nicht grunzend böse mit "Ich bin
ja so unkorrekt"-Attitüde sein muß, um gute und glaubhafte Oi-Musik zu
machen!
Broilers: Soso...die machen jetzt also einen auf Country-Punk'n'Roll mit
weinerlichen Ah's, ignorieren ihre Wurzeln und sind ja sooo scheisse auf
dem Erfolgszug der Greaserwelle aufgesprungen?
Klar,
wenn man die Coverversion "Heimat" nimmt, ist das Country-Punk...dumm
nur, wenn man das Ding als neue Richtung bierernst nimmt und die ganzen
bewußt eingebauten Seitenhiebe, ironischen und spaßigen Elemente in dem
Song nicht erkennt...sei es das bewußt als Persiflage zu bezeichnende
Westernslang-Kauderwelsch, was die Hosen bei ihrer Opel-Gang Version ja
auch ins lächerliche zogen und dafür nicht als PUnk'n'Roll Abstauber
bezeichnet wurden...das "Düsseldorfer dürfen das in Richtung Norden
abgewandelte Schlußelement, usw!
Absolut geile Adaption dieses Volxsturm-Songs, die geilen driving
guitars (ja ich liebe diesen "schwulen" Tiger Army-Style), da steckt
mehr Arbeit und Perfektionismus hinter als bei manchen Komplettalben
anderer Kombos...davon ab, was braucht es einen Coversong, wenn man
einfach nur das Original blöd nachspielt vom Stil her...? Also geil, gut
gemacht, neuer Lieblingssong, falls man nicht zu den "www.Ich-darf-nur-OI-Hören.de"
Leuten gehört.
Auch die
nächsten beiden Songs, gefallen mir bestens! Hier kann ich allerdings
ein wenig die Kritik am Gesang von Sammy nachvollziehn. Etwas zu
überbetont meiner Meinung nach teilweise, aber na und? Dafür kann man
Sammy wieder besser ohne Texte lesen verstehn, Fehler der Lo-Fi-CD
behoben, wo man den Gesang doch sehr schwer verstehen konnte...
Den
letzten Song: Sorry nicht mein Fall...das klingt etwas sehr nach dieser
grausigen Charts-Coverband (komm nicht auf den Namen), die
Mallorca-mäßig so Sachen wie "Country Roads" etc. vergewaltigt haben.
Aber das hat mir schonl ive im Tor3 nicht gefallen und ist
Geschmackssache.
Sammy's
Artwork und die Aufmachung ist wie immer Top und insgesamt ne absolut
geile Scheibe, bei der sich Micha nicht hat lumpen lassen mit
8-Digipack-Seiter.Ob das jetzt OI ist oder keine Szenemusik mehr, ist
mir hupe!
Es ist verdammt gute Musik, die funktioniert und danach beurteile ich!
Daumen bis auf die Abstriche ganz weit hoch!
Huh...etwas lang geworden... (Christian-Sunny Bastards)
Ox-Fanzine # 65
„Good Fellas Never Split“ CD
DSS/ Cargo
Ja, ja, ich glaube ich habe es an anderer Stelle in diesem Heft schon
einmal erwähnt, aber als ich mir einst an einem sonnigen Sommertag aus
Versehen das VOLXSTURM-Album „Oi! Is Fun!“ kaufte, musste ich schnell
feststellen, dass sich trotz der geringen Anschaffungskosten die
Investition nicht gelohnt hatte. Der sonnige Sommertag war natürlich
auch dahin. Aber das ist lange her und VOLXSTURM konnten den ehemals
schlechten Eindruck, den sie bei mir hinterlassen hatten, spätestens mit
ihrer Split mit ULTIMO ASALTO wieder gutmachen. Auch „Unser Tag“, der
VOLXSTURM-Beitrag zum Fußball-Sampler von Sunny Bastards, „Kick
It...With Boots“ hat mir richtig gut gefallen, aber hier setzen sie
eindeutig noch einen drauf. Mit Bläsern haben sie ihre Version des
BROILERS-Songs „Nur die Nacht weiß“ eindeutig bereichert. Das Cover ist
einfach gut gelungen und die Tatsache, dass auch das Original alles
andere als schlecht ist, dürfte die Sache umso schwerer gemacht haben.
Die anderen Beiträge von VOLXSTURM zu dieser Split, „So sind sie“, „Kuddel
Daddel Du“ und „So wie ihr“ sind auch sehr hörenswert, aber „Nur die
Nacht weiß“ ist dann doch noch eine ganze Ecke besser. Und die BROILERS?
Na ja, man sollte Leute ja nie zu sehr loben, sonst bilden die sich was
darauf ein. Aber mal im Ernst: „Lo-fi“ war einfach ein geniales Album
und die Tatsache, dass ich es immer noch nicht totgehört habe, spricht
für sich. Und das liegt nicht daran, dass ich es nicht oft hören würde.
Aber zurück zur Split: Hier covern die BROILERS „Heimat“ von VOLXSTURM
und obwohl ich den Vergleich zum Original leider nicht habe, behaupte
ich jetzt einfach mal, dass sie das ganz gut machen. Außerdem gibt es
von den BROILERS einen neuen Song, „Nur eine Straße“. Sehr schick. Auch
an den beiden Covern, dem Traditional „Cigarettes and Whiskey“ und „You
can get it if you really want“ von Jimmy Cliff, gerne auch mal von
Desmond Dekker interpretiert, gibt es nichts auszusetzen. Rundum also
eine gelungene Split mit jeder Menge Blech- und Kontrabass-Ausflügen.
Allein die Tatsache, dass auf meiner Promo-Copy die auf dem Backcover
genannten Videos zu „Ich sah kein Licht“ von den BROILERS und zu „So
sind sie“ von VOLXSTURM, fehlen, bringt hier Abzüge in der B-Note. Aber
ja, schon klar, Düsseldorfer dürfen das!
(28:22) (8) Claudia Luck
Moloko Plus
Broilers/Volxsturm - Good fellas never split
– SplitCD
DSS Records, Vienna
Beide
Bands sollten den emanzipierten Kurzhaarträger ein Begriff sein,
schließlich sind sie bereits seit über einer Dekade im Showbizz zugegen.
Der volxstürmische Osten beginnt mit einem eigenwilligen, aber äußerst
starken Broilers-Cover. Und die zwei neuen Stücke zeigen deutlich, dass
sich die Burschen längst zu einer der besten deutschen Oi!-Bands
entwickelt haben. Weit weg vom liebenswerten Rumpelsound vergangener
Tage hin zur technisch und musikalisch eindrucksvollen Oi!-Band. Wer auf
Qualität setzt, kommt bei den Rostockern nur schwerlich vorbei!
Die Broilers haben vor langem ebenfalls als Skinheadband begonnen, sind
mittlerweile aber eher im Punk’n’Roll zuhause und machen ihre Aufgabe
nicht erst seit den letzten beiden Alben außerordentlich gut. Deshalb
bin ich eigentlich nicht erstaunt, mit welch scheinbarer Leichtigkeit
die Düsseldorfer imstande sind, auch auf dieser CD wieder mit Cigarettes
& Whiskey’ und "Nur eine Straße“ zwei echte Hits zu schreiben. Dazu noch
ein gediegenes Volxsturm- und ein eher unspektakuläres „You can get
it“-Cover und fertig ist
eine wirklich beeindruckende Scheibe. tr
Webpunk.net
Broilers/Volxsturm - „Good fellas never split“ EP
Datum: 05.04.06 Verfasser: gismo
„Good fellas never split“ ist derzeit wohl eines der am heißesten
diskutierten Werke – dürfen die Broilers „Country“ spielen, haben sie
überhaupt noch etwas mit der „Szene“ zu tun und darf Volxsturm dann
überhaupt mit ihnen eine gemeinsame Platte herausbringen?
Das sind Fragen, auf die ich keine Antwort, allerdings bin ich überzeugt
davon, dass beide Bands mit ihrer Split die beste Antwort liefern.
Eine
gegenseitige Hommage liefern sich die Bands, indem ein Klassiker des
anderes „fellas“ gespielt wird – da mutiert Volxsturm durch „Nur die
Nacht weiß“ zum Broilers-Cover-Spezialisten und die Düsseldorfer spalten
ihre musikalische Persönlichkeit wiederum mit „Heimat“.
Schicke Aufmachung scheint bei den Veröffentlichungen der Broilers
sowieso Grundvoraussetzung zu sein – doch vertuscht die Fassade etwas
über den Inhalt?
Volxsturm leiten mit dem Coversong „Nur die Nacht weiß“ recht flott ein,
vor allem die Trompeten (oder ist das Keyboard? Klärt mich mal jemand
auf, bitte?) bereichern den Song ungemein. Trotz alledem muss ich sagen,
dass mir die Broilers – Version doch etwas mehr gefällt, auch wenn sie
weniger melodisch ist und keine Scratch-Einlage hat. Vielleicht ist das
auch urkonservatives Konsumentenverhalten, das würde ich nicht einmal
bestreiten, aber dazu später mehr.
Einen absoluten Kracher leisten sich die Schweriner mit „Kuddel Daddel
Du“, ein enorm witziger Text, musikalisch erinnert mich der Refrain an
typische Matrosenmusik, wie sie nur an reisewütige Omis auf dem
Ausflugsdampfer verkauft wird.
Das ist auch eines der ersten Lieder von Volxsturm, die ich mir mehrfach
anhören kann, was mir sonst bei dieser Band etwas schwer fällt.
Vielleicht wirkt der Gesang auf „Good fellas never split“ nicht ganz so
plakativ im Gegensatz zu anderen Scheiben der Ostseemänner – was mir das
mehrfache Anhören zur Hörnerv-Masturbation erleichtert.
Broilers
leiten ihren Beitrag zum Album mit „Heimat“ ein, wobei mir auch hier
wieder die Originalversion von Volxsturm um einiges mehr zusagt. Ich
denke es hängt damit zusammen, dass beide Coversongs das Flagschiff des
jeweiligen Originalinterpreten sind und sie von anderen Bands etwas
verfälscht wirken.
Sei’s drum, denn etwas ist, was mich beim ersten Anhören sehr
überraschte, erneute Broilers-Philosophie: man kehrt sich von
„typischen“ musikalischen Mustern, die man noch vor „LoFi“ inne hatte,
um etwas Unkonventionelles zu schaffen. Einige titulieren dieses Wagnis
als „Country“, was streckenweise auch zutreffen mag, aber ich denke,
dass es keine konkrete Einteilung für Vielfalt geben kann.
Es ist sehr interessant zu beobachten und zu hören, wie sich die
Düsseldorfer von „Kelly Family“ zum Mafiosi-Rock gewandelt haben. Dass
sich dabei die Geschmäcker unterscheiden, ist vorprogrammiert und auch
normal.
Mir persönlich gefällt die Lockerheit und Experimentierfreudigkeit, mit
der man versucht, seine Wege wieder ein Stück weiter zu gehen.
Kritisch sehe ich hingegen den Abschlusssong der Platte – „You can get
it if really want“.
Den Abschluss einer Platte kann man auch kreativer gestalten, mit etwas
mehr Pepp und Exklusivität. Aber eine 37. Coverversion ist mir
persönlich etwas zu wenig, da reisst auch das Videomaterial
(logischerweise nur auf der CD) nicht viel heraus.
Aber das trübt mein Bild, welches ich von der Platte habe, nur
unwesentlich. Vielfältig, musikalisch interessant und stilistisch
hochklassig geht es daher – von beiden Bands. Reingehört haben sollte
jeder einmal, anderenfalls droht der klassische Mafia-Tod mit Betonblock
und Holzsteg.
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